Im Rahmen unseres Workshops „blogs, wikis und Schule“ haben wir mit den Organisatoren der diesjährigen Spätsommeruni Flensburg, Helge Lamm und Stephan Münte-Goussar, ein Interview über die Idee, Planung und Realisierung geführt.
Wie kam es zu der Idee der Sommeruni in Flensburg?
Auf Grund der Umstrukturierung des Studiengangs Vermittlungswissenschaften wurde Medienperformanz und Medienkompetenz 2008 zum Pflichtmodul im Bereich der Bildungswissenschaften. Nach ersten Überlegungen, wie dieses Teilmodul am besten durchgeführt werden kann, kam man zu dem Entschluss, das dritte Modul zusätzlich als Kompaktseminar während der Sommersemesterferien anzubieten. Wichtig dabei war, dass auch Lehrer an dem Seminar teilnehmen können, da Medienbildung erst seit kurzer Zeit Bestandteil der Ausbildung zum Lehrer ist und so ein reger Austausch zwischen Lehrern und Studierenden zustande kommt. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Universität in den Semesterferien viel Platz für praktische Übungen bietet und der zeitliche Rahmen flexibler gestaltet werden kann.
Welche Vorteile bringt die Spätsommeruni für Studenten und Lehrer?
Durch dieses Kompaktseminar ist ein intensiveres Arbeiten möglich, als in den Seminaren während des Semesters. Alle Workshops werden parallel angeboten, sodass ein „Eventcharakter“ entsteht und sich die Teilnehmer untereinander austauschen können. Dadurch, dass das Seminar nicht im Semester liegt, können auch externe Workshopleiter engagiert werden, die direkt aus der Praxis kommen oder einen Lehrauftrag an anderen Universitäten haben. Die Themen ähneln denen aus den Seminaren während des Semesters und für Studenten ist es von Vorteil, dieses Teilmodul nicht während des Semesters belegen zu müssen.
Wie hat die Organisation der Spätsommeruni dieses Jahr funktioniert?
Im Vorfeld wurden verschiedene Personen aus dem Bereich der Medienpädagogik angeschrieben und gefragt, ob sie einen Workshop leiten würden. Es gab einige Absagen, letztendlich konnten jedoch zwei Redner für einen einführenden Vortrag sowie acht Workshopleiter gewonnen werden. Auch die Nachfrage bei den Studenten war sehr groß, sodass die Kurse teilweise bereits nach 24 Stunden vollständig belegt waren. Besonders beliebt waren Kurse wie „Creative Gaming“ und „Animationsfilm“. Der Kurs „Programmierung, Robotik und iWear“ hat trotz interessantem Inhalt leider wegen des abschreckenden Titels nicht sehr viel Zuspruch bekommen. Dies ändert sich hoffentlich im nächsten Jahr. Leider wurden die Lehrer nicht ausreichend über das diesjährige Angebot informiert, sodass nur zwei Lehrer dem Aufruf der zahlreichen Flyer gefolgt sind. Im Großen und Ganzen lief die Organisation aber sehr gut und die Zwischenbilanz fiel sehr positiv aus. Vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern und Dozenten/Dozentinnen ist sehr erfreulich.
Wie finanziert sich die Spätsommeruni?
Die Kosten werden von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MAHSH) sowie der Universität Flensburg getragen, wobei die MAHSH für die Honorare der Dozenten zuständig ist und die Universität die Räume und Getränkegutscheine für die Campus Suite zur Verfügung stellt.
Wie sieht die Zukunft für die Sommeruni aus?
Da die MAHSH in Zukunft nur noch 50% der gestellten Gelder zur Verfügung hat, ist es noch nicht sicher, ob die Sommeruni im nächsten Jahr wieder stattfinden kann. Wünsche von den Teilnehmern sind für das nächste Jahr willkommen und es besteht die Hoffnung, dass mehr aktive Lehrer teilnehmen sowie die abendlichen Veranstaltungen zahlreicher besucht werden.
written by Kathi, Lene & Svea