Interaktive Boards – Eine persönliche Einschätzung

Schon lange haben die weißen Smartboards die klassischen grünen Tafeln in Klassenräumen abgelöst. Dies wird häufig als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet, wenn es um das Thema Medienbildung geht. Doch stelle ich mir dazu die Frage: Wird der gekaufte Fortschritt überhaupt vom Lehrpersonal genutzt?

Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen eines „Freien sozialen Jahres“ in einer Grundschule, in Beziehung auf diese Fragestellungen verarbeiten.

In meiner Grundschule war jeder Klassenraum mit einem solchen Interaktiven Board ausgestattet und hatte die Kreidetafel zu einhundert Prozent abgelöst. Dies wurde von der Schulleitung als große Entwicklung bezeichnet. Doch meine praktische Erfahrung zeigte, dass die Lehrer einen großen Bogen um die technische Revolution „Smart Board“ machten. Nun fragte ich mich woran es liegen konnte, dass das Tafelbild aus den Klassen verschwand.

Nach einigen Gesprächen mit Lehrern verschiedensten Altersgruppen, konnte ich erkennen, dass der Respekt vor dem Gerät schlichtweg zu groß war. Die Angst mit dem Interaktiven Board vor einer Klasse zu scheitern, ließ das Smart Board aus den Augen der Lehrer verschwinden. Viele wünschten sich die klassische Tafel zurück, mit der zu jeder Zeit erfolgreich Schulstoff vermittelt wurde.

Auf die Frage hin „wie denn die Lehrer neue Medien in den Schulalltag integrieren wollten“ konnte mir keine ausreichende Antwort gegeben werden. Dies lag wohl daran, dass das Personal selber nicht mit den aktuellen Medien und deren Vermittlung umzugehen wusste.

Fazit

Es muss ein großer Schritt in der Lehrerweiter- und Fortbildung getan werden und nicht nur in der Ausstattung der Klassenräume. Denn wer nicht mit einem Werkzeug umzugehen weiß, kann es nicht nutzen – geschweige denn den Umgang mit dessen lehren.

Gut finde ich, dass ich als Lehramtsstudent jetzt mittlerweile innerhalb meines Studiums mit solchen Medien vertraut gemacht werde und diese auch praktisch kennen lernen darf. Dies hätte nur sicherlich vor 5-10 Jahren schon in das Lehramtsstudium integriert werden müssen.

Die Neue-Medienwelt und daraus folgende Neu-Positionierung der Mediendidaktik

Im Folgenden möchte ich eine Zusammenfassung zur Entwicklung der Medienwelt der heutigen Zeit verfassen und die daraus folgenden Anpassung der Mediendidaktik, in Anlehnung an den Text des Mediendidaktikers Michael Kerres, darstellen. In dieser Zusammenfassung soll ein aktueller Überblick über die allgemeine Situation mit anschliessendem persönlichen Fazit folgen.

Mediendidaktik – Perspektiven

Mediendidaktik ist, zusammen mit dem Begriff Medienerziehung, Teil der Medienpädagogik. Wobei Kessler diese Einteilung mit Sicht auf die derzeitige Entwicklung der Medien in Frage stellt. Er unterscheidet in handlungsorientierte und gestaltungsorientierte Perspektive der Mediendidaktik. Erstere möchte das handelnde Individuum zu einem kompetenten Umgang mit Medien befähigen und die gestaltungsorientierte Perspektive ergänzt diese Betrachtung um die lern- und entwicklungsförderliche Umwelt. Als Ergebnis dieser beiden Felder soll eine Kompetenz für Medienhandeln entwickelt werden.

Medienentwicklung

Bevor jedoch geklärt werden kann, ob und ich welchem Maße, sich die Mediendidaktik entwickelt, muss der Begriff „Medien“ aktualisiert werden.

Medien sind heutzutage nicht mehr einfach nur Werkzeuge, mit welchen Menschen kommunizieren oder sich Wissen anhäufen. Vielmehr wird die Technik, laut Kerres, zum Akteur und entwickelt so eine eigene Dynamik. Die Technik übernimmt somit einen Teil des handelnden Individuums und wird insofern eigenständig. Auch wird der der eigentliche Rezipient heutzutage immer häufiger zum Produzent von Medieninhalten – „der User wird zum Autor im Internet“. So etwas war zu Zeiten von Brief, Zeitung, Radio und Fernsehen nicht vorgesehen.

Auch verschmelzen heute Mediale-Werkzeuge miteinander. War früher das Telefon als klares Medium der Individualkommunikation kategorisiert, ist es heute ein Universalgerät, welches viele andere Werkzeuge wie TV, Diktiergerät und PC etc. vereint.

Ein weiterer Ansatz ist, dass das Medienwerkzeug heutzutage auch für das Selbst-Ab-Bild in der Gesellschaft fungiert und somit zum Statussymbol aufgestiegen ist. Es wird sogar für Gruppenzugehörigkeit genutzt (zB. Community-Krieg zwischen Android und Apple User).

Anpassung durch Kerres

Kerres spricht weiterhin von einem „Design“, welches erforderlich sein muss, um zu Lernaktivitäten aufzufordern – wie ein Stuhl zum Sitzen auffordert. Also soll aus gestaltungsorientierter Perspektive eine Lernumwelt geschaffen werden, welche den „User“ zu Lernaktivitäten auffordert.

Weiterhin interessant ist der Ansatz das die handlungsorientierte Perspektive auch einen Moment der Gestaltung enthält. Denn der Weg zu Wissen benötigt auch eine darauf angepasste Methode, so gesehen einen selbstgestalteten Weg zu diesem. Metaphorisch soll also die Rolle des Künstlers und nicht die des Zuschauers eingenommen werden.

Fazit

Grundsätzlich finde ich es äußerst wichtig Didaktische Methoden und Ansätze immer wieder neu zu hinterfragen. Denn die Zeit schreitet fort und Menschen und ihre Bedürfnisse verändern sich ständig. Ganz besonders das Aufbrechen von alten Strukturen, wie hier das Neu-Einteilen der Mediendidaktik in handlungsorientierte und gestaltungsorientierte Perspektive, bringt frischen Wind für neue, durchaus revolutionäre, Ansätze. Was gerade im Gebiet der Mediendidaktik, durch die schnelle Weiterentwicklung von Medientechnik sehr nötig ist.

Toll finde ich außerdem die Eingrenzung von handlungsorientierte und gestaltungsorientierte Perspektive, aber auch der gleichzeitig vorgenommene Hinweis, dass beide nicht ohne einander können und eben zusammen die Mediendidaktik bilden. Beide Perspektiven haben ihre Daseinsberechtigung und bedürfen eine genaue Untersuchung.

OER Lizenzen – Auswahl und Einschätzung

OER Lizenzen – Auswahl und Einschätzung

OERs (Open Educational Resources) wurden geschaffen, um frei zugängliche und für jedermann nutzbare Lern- und Lehrinhalte zu produzieren. Um diese Sonderform der Verbreitung von Inhalten und Informationen zu gewährleisten, müssen die OERs mit speziellen Lizenzen versehen werden, welche sich mit dem vorherrschenden Urheberrecht vereinbaren. Diese ermöglichen die freie Nutzung und auch Bearbeitung der OERs.

Eine Lizenz ist eine Erlaubnis etwas zu tun, was ohne sie verboten wäre. Konkreter wird Dritten durch eine Lizenz ein Nutzungsrecht, unter speziell definierten Bedingungen eingeräumt.

Als Fundament für OER Lizenzen fungiert die 2001 gegründete gemeinnützige Organisation Creative Commons (CC). Diese Organisation veröffentlicht unter ihrem Namen Lizenzen, welche dem Autor helfen seine geschaffenen Werke der Öffentlichkeit zu Verfügung zu stellen. Diese sogenannten CC-Lizenzen können hierbei für jegliche Arten und Materialien von Werken genutzt werden.

Die CC.Lizenzen beinhalten vier Bedingungen, welche untereinander kombiniert werden können:

  1. cc-nc (nicht kommerziell)

  2. cc-nd (keine Bearbeitung)

  3. cc-by (Namensnennung)

  4. cc-sa (Weitergabe nur unter selben Bedingungen)

Hieraus entstehen die sechs CC-Lizenzen:

  1. by

  2. by-sa

  3. by-nd

  4. by-nc

  5. by-nc-sa

  6. by-nc-nd

Zwar ergeben sich durch die freie Lizenzgestaltung viele Vorteile, aber auch Nachteile, welche ich im Nachfolgenden gegeneinander aufstellen möchte:

Vorteile:

  • die Nutzung der Lizenzen ist ohne Vorkenntnisse mögliche

  • durch das Baukastenprinzip sehr flexibel

  • Förderung des freien Zugangs auf Information, welche sonst durch Lizenzen geblockt werden könnten

  • juristisch geprüft und somit Schutz für den Autor und Nutzer

Nachteile:

  • durch die Einfachheit kann nicht auf spezielle Anforderungen der Lizenznehmer eingegangen werden

  • die Uhrherber sichern sich durch die Nutzung der CC-Lizenzen keine potentielle Einnahmequelle, da dies in den Vereinbarungen nicht vorgesehen ist

Grundsätzlich zeigen die Vor- und Nachteile sehr gut auf, dass die CC-Lizenzen für OERs eine gute Sache für die Verbreitung für genau diese sind. Besonders für die Nutzer sind die Lizenzen eine tolle Sache.

Beispielhaft ist hierfür Wikipedia. Jeder nutzt es, doch, und hier kommen wir zum großen Nachteil, keiner zahlt dafür. Doch würde der Nutzer dafür zahlen müssen, müsste man in Frage stellen, ob Wikipedia dann noch genug Nutzer generieren würde. Es entsteht also ein wirtschaftliches Dilemma.

Will man also nur sein Werk verbreiten und damit der Allgemeinheit etwas gutes tun, so sind CC-Lizenzen eine tolle Sache. Hat man kommerziellen Anspruch, sollte man hingegen auf andere Lizenzmodelle zurückgreifen.

Tablet-Klassen – Vorstellung zweier Projekte

Im nachfolgendem Text werde ich zwei Projekte vorstellen, welche die Arbeit mit Tablets in den Unterricht einführen. Zm Schluss werde ich eine persönliche Stellungnahme zu den durchgeführten Projekten vollziehen.

  1. „Einsatz von Tablet-PC und interaktiven Tafeln im Unterricht bayrischer Förderschulen“

Dieses Projekt wurde von 2011 bis 2013 an acht Förderschulen im Bundesland Bayern durchgeführt. Jede Projekt-Klasse wurde mit einem Tablet-PC pro Schüler und einem Whiteboard pro Klassenraum ausgestattet. Vernetzt wurden Tablet-PCs und Whiteboards über eine online Plattform, die einen geschützten Austausch von Daten und Informationen gewährleistete.

Als Ziele wurden folgenden Punkte genannt:

  • Einbeziehung digitaler Medien als gleichberechtigte Arbeitsmittel im Unterricht von Anfang an
  • Kompetenzsteigerung bei Anwendung mit dem Computer
  • selbstverständlicher Umgang mit berührungsempfindlichen Bildschirmoberflächen
  • eine daraus folgende Chance für bessere Vermittlung in Ausbildungsstellen nach Schulabschluss

Verantwortlich für das Projekt waren die „Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen“ und die „medienpädagogischen und informationstechnischen Beratern (MIB) der Förderschulen in Bayern“.

Der Weg der Finanzierung ist hingegen nicht klar dargestellt. Es werden Preise für die Anschaffung der Geräte genannt, aber nicht wer für diese aufkommt.

2. „Mobiles Lernen mit Tablet-Computern“ (Niedersachsen)

Das Bundesland Niedersachsen führt in Kooperation mit dem Verein n-21 ein Projekt zum „Mobilen Lernen mit Tablet-Computern“ durch. Teilnehmer dieses Projekts sind 24 Schulen in Niedersachsen. Die teilnehmenden Schulen planen und führen Unterrichtsprojekte mithilfe von Tablet-Computern durch und loten so den möglichen Nutzen dieser aus.

Unterstüzt werden die Schulen durch das Niedersächsische Landesinstitut für Qualitätsentwicklung (NLQ), die Berater-Teams der Medienberatung und dem Verein n-21. Sie stellen den Schulen Berater-Teams zur Seite, welche bei der Planung und Durchführung unterstützend wirken. Weiterhin bilden sie Lehrkräfte durch zentrale Arbeitstagungen fort.

Finanziert wird die Anschaffung eines dieser Tablets durch die Eltern, welche auf ein kombiniertes Leasing-, Service-, und Versicherungs-Paket zurückgreifen können.

Ziel dieses Projektes ist die Prüfung der Eignung von Tablet-Computer für das Mobile Lernen und deren Wirksamkeit zur Verbesserung der Unterrichtsqualität.

 

Persönliche Einschätzung

Generell kann ich solche Art von Projekten immer unterstützen. Denn die Nutzung von Tablet-PCs bleibt eine praktische Anwendung und sollte daher auch in der Praxis getestet werden. Als schwierig sehe ich die Art der Finanzierung bei solchen Projekten an.

In Niedersachsen wurde auf die Mithilfe der Eltern gesetzt. Obwohl in diesem Fall zwar Finanzierungsmodelle angeboten wurden, stelle ich in Frage, ob sich jede Familie ein stets teures Tablet kaufen kann. Dadurch werden Unterschiede zwischen den Lebenssituationen verschiedener Familien nur deutlicher gemacht und dies ist in keinem Fall für das Klima innerhalb einer Schulgemeinschaft förderlich.

Hier wünsche ich mir in zukünftigen, notwendigen, Projekten mehr Unterstützung durch das Land bzw. den Staat oder auch durch private Sponsoren aus z.B. der IT-Branche.

Hyperlink - Was bedeutet “href”, “target” und was ist ein “Anker”?

Im Rahmen des Seminars “Medienpraxis für die Schule” habe ich mich heute Morgen genauer mit den Bestandteilen eines Hyperlinks beschäftigt.

Grundsätzlich ist ein Hyperlink eine Verknüpfung in welcher ein Ziel beschrieben ist, dass bei Ausführung des Hyperlinks aufgerufen wird. Diese Eigenschaft lässt uns durch das Internet navigieren. Ein Hyperlink kann man auf zwei verschiedene Arten betrachten:

Zum Einen als Nutzer des Hyperlinks und zum Anderen als Ersteller des Hyperlinks. Der Nutzer wird zumeist eine gekürzte Form des Hyperlinks sehen können, da so der Lesefluss nicht durch für ihn unerklärliche Begriffe gestört wird. Der Ersteller allerdings muss in einem Hyplerink mehr als nur den Namen der Zielverknüpfung unterbringen, damit die Funktion gewährleistet ist.

Drei wichtige Begriffe der versteckten Schreibweise möchte ich jetzt vorstellen.

1. “href”
Dieses wichtige Attribut wird benötigt, um die nachfolgende Url-Adresse (das Ziel) zu definieren zu der beim Auslösen des Hyperlinks geleitet werden soll.

2. “target”
Das Attribut “target” kann um mehrere Werte erweitert werden und bestimmt wo der Hyperlink geöffnet wird
a) “_blank” veranlasst, dass die Zielseite des Hyperlinks in einem neuen Browserfenster geöffnet wird
b) “_parent”; Hier wird der Hyperlink im selber Browserfenster geöffnet
c) “_framename”; Mit diesesm Zusatz kann der Link in einem bestimmten Frame der Website geöffnet werden. Dazu muss der passende “Framename” eingefügt werden.

3. “Anker-#”

Ein Anker bezeichnet eine Sprungmarke innerhalb eines Html-Dokuments.
Beispielhaft ist das bekannte Inhaltsverzeichnis längerer Wikipediaartikel. Bei Klicken auf einen Hyperlink mit Anker eines Inhaltsverzeichnis, springt die Website zur passenden Stelle die mit diesem Link verbunden (=Anker) ist.

Hier gehts zum Etherpad: