Schon lange haben die weißen Smartboards die klassischen grünen Tafeln in Klassenräumen abgelöst. Dies wird häufig als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet, wenn es um das Thema Medienbildung geht. Doch stelle ich mir dazu die Frage: Wird der gekaufte Fortschritt überhaupt vom Lehrpersonal genutzt?
Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen eines „Freien sozialen Jahres“ in einer Grundschule, in Beziehung auf diese Fragestellungen verarbeiten.
In meiner Grundschule war jeder Klassenraum mit einem solchen Interaktiven Board ausgestattet und hatte die Kreidetafel zu einhundert Prozent abgelöst. Dies wurde von der Schulleitung als große Entwicklung bezeichnet. Doch meine praktische Erfahrung zeigte, dass die Lehrer einen großen Bogen um die technische Revolution „Smart Board“ machten. Nun fragte ich mich woran es liegen konnte, dass das Tafelbild aus den Klassen verschwand.
Nach einigen Gesprächen mit Lehrern verschiedensten Altersgruppen, konnte ich erkennen, dass der Respekt vor dem Gerät schlichtweg zu groß war. Die Angst mit dem Interaktiven Board vor einer Klasse zu scheitern, ließ das Smart Board aus den Augen der Lehrer verschwinden. Viele wünschten sich die klassische Tafel zurück, mit der zu jeder Zeit erfolgreich Schulstoff vermittelt wurde.
Auf die Frage hin „wie denn die Lehrer neue Medien in den Schulalltag integrieren wollten“ konnte mir keine ausreichende Antwort gegeben werden. Dies lag wohl daran, dass das Personal selber nicht mit den aktuellen Medien und deren Vermittlung umzugehen wusste.
Fazit
Es muss ein großer Schritt in der Lehrerweiter- und Fortbildung getan werden und nicht nur in der Ausstattung der Klassenräume. Denn wer nicht mit einem Werkzeug umzugehen weiß, kann es nicht nutzen – geschweige denn den Umgang mit dessen lehren.
Gut finde ich, dass ich als Lehramtsstudent jetzt mittlerweile innerhalb meines Studiums mit solchen Medien vertraut gemacht werde und diese auch praktisch kennen lernen darf. Dies hätte nur sicherlich vor 5-10 Jahren schon in das Lehramtsstudium integriert werden müssen.