Im Folgenden möchte ich zwei Tablet-Projekte vorstellen und zu diesem Unterrichtskonzept Stellung beziehen.
1. Tablet-Projekt Niedersachsen
Das Projekt läuft im Rahmen des „Konzepts Medienkompetenz – Meilensteine für Niedersachsen“ und wurde in Kooperation mit dem niedersächsischen Kultusministerum, dem Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung und dem Verein n-21 auf den Weg gebracht. Es ist auf 3 Jahre befristet, und endet im Sommer 2015.
Durchgeführt wird das Projekt an etwa 20 niedersächsischen Schulen. Die Eignung von Tablet-Computern für den Einsatz im Unterricht, sowie die Wirkung dessen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität soll untersucht werden. Die Klassen wurden mit finanzieller Unterstützung durch die Eltern mit Tablets ausgestattet. Die Schülerinnen und Schüler sollen damit im Unterricht recherchieren, Informationen sammeln und Präsentationen gestalten. Sie sind für das Unterrichtsergebnis nun verstärkt selbst verantwortlich. Außerdem werden sie im Umgang mit den Werkzeugen des Web 2.0 wie z.B. Weblogs, Wikis und sozialen Netzwerken geschult.
Auf dem niedersächsischen Bildungsserver werden zentrale Ziele und Perspektiven des Projekts in pädagogischer, medienpädagogischer sowie technischer Hinsicht formuliert.
Dabei geht es um die Handhabung der Geräte durch die Schülerinnen und Schüler, das Maß an Eigenverantwortung, welches ihnen überlassen wird und um Fragen, wie sich die Geräte in den Unterricht und die bestehende Medienstruktur in der Schule einbinden lassen.
2. Tablet-Projekt an Förderschulen in Bayern
Von 2011 bis 2013 wurden Projektklassen in 8 bayrischen Förderschulen mit je einer interaktiven Tafel für den Klassenraum und je einem Tablet-Computer pro Schüler/in ausgestattet. Als Ziele werden der slbstverständliche Umgang mit berührungsempfindlichen Oberflächen, die Steigerung der Medienkompetenz, insbesondere im Umgang mit dem Computer, sowie die Einbeziehung digitaler Medien in das Unterrichtsgeschehen genannt.
Das Projekt fand in Kooperation mit Medienpädagogischen und Informationstechnischen Beratern und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, mit Unterstützung durch den Verein “Digital Natives e.V” statt.
Die Finanzierung des Projektes ist undurchsichtig, die Schulen haben sich eigenständig Firmen als Sponsoren und Partner herangezogen.
Auf der Website der Medienpädagogischen und Informationstechnischen Berater sind die Projektschulen aufgelistet. Hier stellen sich einige Schulen vor, berichten von der Durchführung des Projekts und geben eine Einschätzung zur Unterrichtspraxis mit Tablets und interaktiven Tafeln ab. Außerdem gibt es einen Abschlussbericht der die technischen Daten und die duch das Projekt gewonnenen Erkenntnisse kurz darstellt.
3. Positionierung
Das Bestreben, digitale Medien ins Unterrichtsgeschehen einzubinden unterstütze ich, da ich bereits selbst positive Erfahrungen mit der Verwendung von SMART-Boards machen konnte. Jedem Schüler ein Tablet zur Verfügung zu stellen sehe ich gleichermaßen positiv und negativ: Es eröffnet neue Perspektiven für den Unterricht, und die Schüler können im sicheren Rahmen der Schule ihre digitale Identität erforschen und ausbilden. Allerdings kann ein Tablet-PC im Unterricht auch stark ablenkend wirken, zumal die Schüler ihn auch außerhalb der Schule privat verwenden. Die Finanzierung solcher Projekte finde ich sehr undurchsichtig. Die hohen Anschaffungskosten den Eltern aufzuerlegen halte ich für mehr als fragwürdig. Diese haben einerseits nicht unbedingt das Geld übrig, jedem ihrer Kinder ein eigenes Gerät anzuschaffen, andererseits besteht von Elternseite auch nicht unbedingt die Bereitschaft dazu. Wenn ich ein Kind im Schüleralter hätte und die Schule mir diese Kosten auferlegen würde, würde ich mich wahrscheinlich weigern und aus dem Projekt aussteigen, und ggf. mein Kind auf eine andere Schule schicken.
Insgesamt gefällt mir die Idee also von der Lehrerseite aus, aus Elternsicht allerdings nicht.
Quellen:
http://www.nibis.de/nibis.php?menid=3529
http://medienbewusst.de/handy/20130606/tablets-statt-bucher-die-schule-von-morgen.html
http://web50.hera.b-connect.de/website/mibs/node/15