Um die Situation von OERs in Deutschland zu erklären beziehe ich mich auf eine Studie zu freien Bildungsmedien(OER) des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) aus dem Jahr 2013.[1] Insgesamt hat die Studie gezeigt, dass Deutschland im weltweiten Vergleich zurück liegt und sich vergleichsweise spät mit der Diskussion über offene Bildungsmedien auseinandergesetzt hat. Als ein Ereignis, welches 2011, die Diskussion angetrieben hat, nennt das DIPF den so genannten „Schultrojaner“, eine Spähsoftware, die auf Schulcomputern nach urheberrechtlich geschützten Werken suchen sollte. Daraufhin entstand die Debatte um OER als Alternative zu Schulbüchern.
„ Der angekündigte Schultrojaner soll „Raubkopien“ von Lernmaterialien aufspüren, doch die Debatte lenkt den Blick auch auf spannende Ansätze jenseits des klassischen Schulbuchs. Diskutiert wird nun über „Open Educational Resources“, so die Zusammenfassung der Diskussion auf dem ZDF Blog „Hyperland“.[2] Ein weiteres Projekt, der Bundesrepublik, das OER Whitepaper von 2012 dient der Aufklärung über Hintergrundinformation, Geschäftsmodelle und den pädagogischen Nutzen von OERs. Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung in Deutschland ist das „Schulbuch-O-Mat“, welches mit Hilfe von Crowdfounding finanziert wurde und bei dem ein lehrplankonformes Schulbuch, mit Hilfe eines Wiki-Tools erstellt werden soll. Des Weiteren entstand in den letzten Jahren das Projekt ELIXIER, ein gemeinsamer Ressourcenpool für Lehr-/und Lernmaterialien, die auf Qualität geprüft wurden und redaktionell ausgewählt wurden. Gefördert wird ELIXIER durch den Deutschen Bildungsserver und Projektpartnern wie dem FWU und den Landesbildunsservern. Auf politischer Ebene engagiert sich insbesondere die Piraten-Partei, die im März 2013, die Anhörung mit dem Titel „Freie Lernmaterialien fördern!“ organisiert hat. Im September 2013 fand in Deutschland die erste deutsche OER-Konferenz statt, welche einen umfassenden Überblick über die aktuelle nationale und internationale Situation geben sollte.
Beispiel: OpenLearnWare der TU Darmstadt
Nun hier ein konkretes Beispiel von Open Educational Resources auf Hochschulebene: Zunächst einmal möchte die Motive für Hochschulen und andere Institutionen darstellen, sich OER-Initiativen anzuschließen, diese wurden im Rahmen einer OECD-Befragung in den Jahren 2005/2006 zusammengefasst. An erster Stelle steht die moralisch-ethische Verpflichtung zum Teilen von akademischen Ressourcen, außerdem möchte man weitere Zielgruppen für akademische Lerninhalte erschließen. Ein weiterer Punkt ist die Erarbeitung einer internationalen Marketingstrategie und die Steigerung des eigenen Renommees, sowie die Erschließung neuer Innovationsfelder. Nun komm ich zu einem deutschen Modell von Open Educational Resources, welches die Technische Universität Darmstadt entwickelt hat. OpenLearnWare ist eine Plattform für offene Lernmaterialien der Technischen Universität Darmstadt. Hauptsächlich werden Lernmaterialien als Video Lecture auf der Website der TU Darmstadt zur Verfügung gestellt, diese können dann auch von Außenstehenden, Nicht-Studenten/-Dozenten abgerufen werden. Die TU verwendet sogenannte Creative Commons Lizenzen beim veröffentlichen von Lehrmaterialien, diese haben sich in der OER- Entwicklung bewährt und wurden von der gemeinnützigen Organisation Creative Commons ins Leben gerufen, um „Kreativität und Offenheit im Gemeingut wie Kultur, Bildung oder Wissenschaft zu fördern“.[3] Sie bieten dem Urheber die Chance zwischen verschieden Möglichkeiten der Verbreitung und kommerziellen Verwendung und Veränderung zu wählen, außerdem besteht eine Hinweispflicht auf den Urheber.
[1] http://www.pedocs.de/volltexte/2013/7868/pdf/DBS_2013_OER.pdf; gesichtet 14.02.2026
[2] http://blog.zdf.de/hyperland/2011/12/open-source-schulbuecher-wie-der-schultrojaner-neue-ideen-ins-bildungssystem-schmuggelt/ ; gesichtet 13.02.2026
[3] Zitiert nach: http://www.e-learning.tu-darmstadt.de/openlearnware/lehrmaterial_veroeffentlichen/lizenzen_im_ueberblick/ ; gesichtet 13.02.2026