»Kleine Daten, große Wirkung« - Big Data

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema Big Data.
Zunächst soll definiert werden, was unter Big Data zu verstehen ist und wie Big Data funktioniert. Es wird darauf eingegangen, was Big Data kann, welche Folgen es haben kann und es wird über Nutzen und Gewinn gesprochen. Dieser Beitrag ist dabei angelehnt an die Publikation Kleine Daten, große Wirkung - Big Data einfach auf den Punkt gebracht von Steffan Heuer und stellt eine Zusammenfassung dieser dar. Abschließend werde ich reflektieren, wie ich mit meinen Daten umgehe und was ich über Big Data denke.

Big Data - Was ist das?
Unter dem Begriff Big Data versteht man Datenmengen. Datenmengen die so groß sind, dass sie mit herkömmlicher Hardware und Software nicht mehr komplett bearbeitet und gespeichert werden können. Die Daten stammen dabei aus vielen verschiedenen Quellen, dazu gehören Kreditkarten, Einträge in Sozialen Netzwerken oder auch Verbindungsdaten des Mobiltelefons. Allerdings gibt es keine Grenze oder keine Größeneinheit, an der klar definiert werden kann, ab wann von Big Data die Rede sein kann, laut Wikipedia wird der Begriff Big Data meist “meist mit Datenvolumina in Größenordnungen von Terabyte, Petabytes und Exabytes assoziiert.”

 Ein Exabyte besteht aus 1.000.000.000.000.000.000 Bytes. Das passt auf 1.000.000.000 Speicherkaten die 1GB groß sind!

Variety - Vielfalt
Für das Verständnis der Datensammlung ist es wichtig zu unterscheiden, welche Arten von Daten gesammelt werden und woher diese kommen. Anders als ich selbst dachte, werden Daten nicht nur online gesammelt. Auch beim Einkaufen mit der EC-Karte, beim Autofahren mit einem Navigationssystem oder beim Telefonieren werden Daten erhoben, die ihren Weg zu großen Rechenzentren finden. Anders als Daten, die wir freiwillig und wissentlich freigeben (wie etwa das Foto von der Katze auf Facebook) sind diese “Offline-Datenströme” für uns unsichtbar und oft auch unbewusst und unwillentlich erzeugt. Die Publikation Kleine Daten, große Wirkung hat eine Übersicht über Datensätze erstellt, die gesammelt wird (siehe nebenstehende Grafik, S. 5)

Volumen, Velocity - Größe und Geschwindigkeit
Auch früher wurden schon Daten gesammelt, etwa bei Völkerzählungen oder bei Inventuren von Supermärkten. Durch die rasante Entwicklung des Internets und der Technik werden immer mehr Daten in immer schnellerer Zeit produziert und gespeichert. Die Datenmenge, die seit dem Beginn der
Zeitrechnung bis zum Jahr 2003 erzeugt wurde (5 Milliarden Gigabyte) , sammelte sich im Jahr 2011 in 48 Stunden an, 2013 dauerte es nur noch 10 Minuten.

"Mit all den Daten, die alleine im Jahr 2009 geschaffen
und auf andere Datenträger kopiert wurden, ließen
sich genügend DVDs füllen, um sie einmal
zum Mond und zurück zu stapeln." (IT-Marktforschungsunternehmen IDC, S.6)

Sensoren sind überall zu jederzeit aktiv: wenn eine Adresse nachgeschlagen, beim Onlinebanking der Kontostand überprüft oder ein neues Buch im eBook runtergeladen wird. Mit jeder kleinen Aktivität setzten wir kleine Fußabdrücke in der Welt der Datenbanken, sie werden auch Small Data genannt, die dann gesammelt zu Big Data werden.
Anders als früher, kommen die Daten auch nicht gebündelt und stoßweise (wie etwa per Post) an, sondern ständig und ungebremst. Beschwerden über den neuen Handmixer werden bei Facebook auf die Pinnwand gepostet, als Nachricht verschickt, via Twitter gezwitschert, als Email versendet oder bei Youtube als Videobotschaft versendet - alles in Echtzeit.

Value- der Wert
Diese riesigen Mengen an verschiedensten Daten müssen in ein maschinenlesbares Format gebracht, kategorisiert, analysiert, gewertet und in Verbindung gebracht werden, was die große Herausforderung an Big Data ist. Wird die Herausforderung erfolgreich gemeistert, zeigt sich der Wert der Datenmenge. Das können je nach Unternehmen zum Beispiel verbesserte Produkte, effizientere Arbeitsbedingungen oder personalisiertere Angebote sein. Dann profitiert auch der Nutzer oder Kunde von der Datensammelwut. Werbung für ein schönes Kleid klicke ich eher an, als Werbung für eine Reise an die Ostsee. Ein Unternehmen das meine Bedürfnisse kennt und weiß, was ich gerne sehen und haben möchte, ziehe ich einem Unternehmen, das wahllose Spamwerbung verschickt vor. Was natürlich ein Gewinn für das Datensammel-Unternehmen ist. Nützlich ist Big Data auch, wenn es darum geht, vor Krankheiten zu schützen. Werden die Google-Suchanfragen “Grippe” mit den jeweiligen Standorten gesammelt und ausgewertet, können regionale Warnungen ausgesprochen und extra Versorgung durch Medikamentennachschub veranlasst werden.

Gefahren und Nutzen von Big Data
Wird mit den Daten angemessen verantwortungsvoll umgegangen und werden sie richtig ausgewertet, liegt der Gewinn, der Wert der Daten auf beiden Seiten. Leider ist Big Data auch immer mit Risiken und negativen Facetten verbunden. Bei dem riesigen und schnellen Datenfluss kann es zu Datenlecks und Datendiebstählen kommen. Hacker können sich Zugang zu Rechenzentren beschaffen und so Daten klauen oder verändern. Wichtige Daten sollten Unternehmen sowie Privatleute in jedem Fall nicht online abspeichern, um Risiken des Datenklaus oder -verlusts zu verhindern.
Doch auch in anderen Zusammenhängen muss von negativen Nebenwirkungen von Big Data gesprochen werden. Big Data könnte auf dauer für eine Einschränkung der Meinungs- und Entscheidungsfreiheit sorgen. Zwar möchte ich lieber Werbung von Kleidern als von Reisen an die Ostsee bekommen, doch das heißt ja nicht, dass ich grundsetzlich Reisen nicht mag oder nicht über Angebote informiert äerden möchte. Dadurch, dass ständig alles personalisiert wird, alles auf uns zugeschnitten wird, verpassen wir wohlmöglich Dinge, die uns eben doch ausnahmsweise interessieren. Aufgefallen ist mir dieser Aspekt einmal, als zwei Freundinnen ihre ZDFheute-App verglichen. Die eine bekam eine Infonachricht über das Championsleagespiel, die andere hatte schon lange gar keine Neuigkeiten mehr zum Thema Sport bekommen. Im direkten Vergleich zeigte sich dann, dass die App automatisch die Themengebiete nach der Häufigkeit der tatsächlich gelesenen Artikel sortiert hat. So entstand, dass eine Freundin gar keine Sportnachrichten mehr bekam (die sie jedoch durchaus interessieren), die andere hingegen nichts mehr aus dem Gesundheitsbereich erfuhr (was sie auch nicht grundsätzlich ausschließen wollte). Auch die auf uns persönlich angepassten Suchergebnisse bei Google sorgen dafür, dass eine Art “Blase“ entsteht, in der wir surfen: ich sehe nur noch, was ich (angeblich) sehen will.

"Auf der Strecke bleiben überraschende
Entdeckungen und Kritikfähigkeit, die
Grundlagen einer funktionierenden Demokratie." (S. 18)

Auch gibt es viele ethische Fragen an Big, die noch lange nicht beantwortet werden können (S.33) :

Diese Fragen zu klären und Lösungen zu finden, ist derzeit vor allem in der Europäischen Union eine große Aufgabe. Ein verantwortungsbewusster, vertraulicher und vertrauenswürdiger Umgang mit Big Data wird versucht zu garantieren, was in der noch vagen und unberechenbaren Entwicklung von Big Data schwer fällt.

Meine Gedanken
Big Data ist ein ziemlich umfangreiches Thema, was sehr eng mit anderen wichtigen Themen verknüpft ist. Ich habe versucht, die wichtigsten Fakten um Big Data zusammen zu fassen und so ein grobes Bild über Big Data geben zu können.
Ich habe schon in einem anderen Seminar von Big Data gehört, doch war mir bis jetzt die wirklichen Ausmaße der Sammlung unserer Daten und vor allem die vagen bzw. nicht vorhandenen Richtlinien nicht bewusst. Natürlich weiß ich, dass wenn ich bei Facebook aktiv bin, irgendwo in irgendwelchen Rechenzentren meine Daten gespeichert werden. Ich dachte immer, dass es bei Datenschutzdebatten um sowas geht, und ich habe mich immer gefragt, wen mein Bild von der Flensburger Förde interessiert. Jetzt weiß ich, dass eben nicht um die Small Data geht, die ich fast sekündlich produziere, sondern um das große ganze, um Big Data. Ich habe mir mal überlegt, wie viel Datenmenge ich alleine am heutigen Tag produziert und in den Datenozean geschickt habe (dazu muss man noch sagen, dass ich kein Smartphone besitze).

  • nach dem Aufstehen: SMS mit mehreren Freunden geschriebe
  • mit dem Auto (mit eingebautem Navigationssystem) gefahren
  • die Einkäufe mit EC-Karte bezahlt, zusätzlich die Rabattkundenkarte benutzt
  • mit meiner Oma telefoninert
  • Aktivitäten im Internet:
    • auf Facebook Fotos, Statusmeldungen, Videos, Seiten geliked, mit Freunden geschrieben
    • Youtube Videos geguckt
    • Reise gebucht, Bahnfahrt geguckt (beide Seiten wussten bereits, wohin ich gerne reisen möchte!)
    • für diesen Beitrag gegoogelt
    • Emails gelesen und verschickt
    • Dateien heruntergeladen/ hochgeladen
    • Onlineüberweisung gemacht

Das sind meine Datenspuren des heutigen Tages. Ich muss sagen, ich finde das hält sich alles noch in Grenzen, was wohl vor allem daran liegt, dass ich weder ein Smartphone noch ein Tablet besitze und somit von jeglichen Apps ausgeschlossen bin. Dennoch finde ich es erschreckend, wie viele Daten man unfreiwillig und unwissend von sich preisgibt. Wenn es nach mir ginge, muss mein Auto nicht die ganze Zeit meinen Standort speichern und senden, zumal ich das Navigationssystem gar nicht benutzt habe. Und irgendwie dachte ich auch, dass Bankdaten irgendwie geheim bleiben. Es war mir nicht bewusst, dass selbst wenn ich mit meiner EC Karte nur im Supermarkt kurz bezahle, diese Daten gespeichert und analysiert werden - wo und von wem auch immer.
Ich denke, man muss Big Data mit Vorsicht begegnen. Es wäre falsch zu sagen, Big Data ist gefährlich und gilt zu vermeiden, dafür hat es auch für mich selbst zu viele Vorteile. Aber Sorge macht mir wirklich ein bisschen die Ungewissheit, wo tatsächlich meine Daten hingehen, wie sicher meine Daten sind (geraten sie nicht doch eventuell irgendwann vom Supermarkt zu einem EC-Kartenfälscher?) und vor allem was wird es in Zukunft noch alles geben? Ich möchte diesen Beitrag gerne mit den Schlussworten von Steffan Heuer beenden, da sie meine Meinung zum Umgang mit Big Data widerspiegelt:

"Digitale Selbstverteidigung gepaart mit mehr und früh beginnender Ausbildung zur Medienkompetenz und zeitgemäßen Regelungen zum Datenschutz – alle diese Elemente zusammen sind nötig, um Big Data zu einem Phänomen der Zukunft zu machen, das allen Menschen greifbaren Nutzen bietet anstatt sie auf reine  Rechengrößen zu reduzieren." (S.39)

Zum Abschluss noch ein Video, was Big Data noch einmal kurz, knapp, sehr positiv und mit fröhlicher Hintergrundmusik erklärt, es ist von der Telekom.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=Z0PWQd3CvGE&feature=youtu.be

Quellen:

Publikation: http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/nrw_digital/Publikationen/DK_Big_Data.pdf
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Data

http://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase

Beitragsbild: http://www.smart-digits.com/wp/wp-content/uploads/2012/07/big-data-image1.jpg

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