Das Internt: Geschichte - Gegenwart - Zukunft

Täglich bin ich im Internet aktiv, checke meine Emails, gehe zu Facebook, schaue mich Videos bei Youtube an, benutze Google um sämtliche Fragen zu beantworten, plane meinen Urlaub, bleibe in Kontakt mit Freunden. Seit ich vierzehn Jahre alt bin und mir meinen ersten eigenen Laptop kaufte, ist das Internet untrennbar mit meinem Leben verbunden. Das Internet ist unser ständiger Begleiter, ein Leben ohne wäre heute nicht mehr denkbar. Ich habe das Internet immer als etwas Selbstverständliches wahrgenommen. Zwar habe ich ein paar Jahre ohne Internet gelebt (wir bekamen unseren ersten Computer als ich etwa 5 Jahre alt war), doch fortan war es immer “einfach da”. Doch wie wurde eigentlich das Internet so, wie wir es heute kennen? Welche Geschichte und welche Motivation steckt hinter dem Internet?

Bildquelle: http://www.tele2.de/~/media/Images/Website/Extras/Glossar/Geschichte%20des%20Internets.ashx

Während meiner Recherche bin ich auf eine Grafik gestoßen, die die Entwicklung des Internets darstellt und die wichtigsten Momente in der Geschichte des Internets benennt.

Die Anfänge

Als Vorläufer des heutigen Internets gilt das ARPANET. Was ist das ARPANET?

Ab 1958 wird es als ARPA (Advanced Research Projects Agency) vom amerikanischen Verteidigungsministerium gegründet. Die UdSSR schickte 1957 die erste unbemannte Raumsonde Sputnik in den Weltraum, ein technischer Triumph gegenüber den USA, der größte Gegner im Kalten Krieg. Die USA antwortete auf diese (gefühlte) technische Unterlegenheit mit einer militärischen Forschungsinitiative. Die Ideen hatte das Ziel, eine Kommunikation zwischen mehreren Computer-Anwendern zu ermöglichen.
1969 waren die ersten Computer mit dem ARPANET vernetzt. Diese waren die Rechner der Stanford Research Institute, der University of Utah, die University of California, Los Angeles und der University Santa Barbara. Mit der Zeit wurden immer mehr wichtige Rechner und Rechenzentren an das ARPANET angeschlossen, so dass ein kleines Netzwerk entstand. So konnten die verschiedenen Forschungsinstitute Daten verschicken und übertragen, wie wir es auch heute im Internet machen. Die erste EMail wurde von einem US-Informatiker über das ARPANET gesendet. Offiziell endete das ARPANET 1990. Ein technisch besser ausgebautes und ziviles Netzwerk, das NSFNet (National Science Foundation Net), übernahm mit seinen deutlich einfacher zu benutzenden Minirechnern schließlich Teile des ARPANET. (Quelle)

Die Grundzielsetzungen der Entwickler des ARPANET haben dazu beigetragen, dass wir heute ein Internet haben, wie es ist. Das System des packet switching, also die Datenpaketübertragung, bei der größere Dateien in leichter zu transportierende kleine Pakete aufgeteilt und so leichter verschickt werden können, machen unsere heutigen Aktivitäten im Internet aus, darauf beruht es. Auch die Neuheit, dass über Dokumente und Daten im APRANET diskutiert und kommentiert werden konnte und somit die Kooperation und Kommunikation im Vordergrund stand, stellt heute noch die Leitmotive des Internets dar. Das Internet dient zur Kommunikation, sei es ganz konkret über Socialmedia oder Emails, über Informationsseiten wo Wissen weitergegeben wird oder auch über Selbstdarstellungen von Firmen oder Personen. Neben dem ARPANET haben natürlich auch noch andere Menschen und Institutionen das Internet entscheidend beeinflusst und weiterentwickelt, alle zu nennen und zu erläutern würde allerdings den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Wichtig zu erwähnen finde ich allerdings die Einstellung von Tim Berners-Lee, der Erfinder des HTML und Begründer des World Wide Web. Ihm war es nämlich wichtig, dass sein Konzept des Internets offen, erweiterbar und kostenlos war und bleibe.

Er sagte: Wäre die Technik proprietär und unter meiner Kontrolle gewesen, wäre sie wahrscheinlich nicht so erfolgreich geworden. Die Entscheidung, das Web zum offenen System zu machen, war notwendig, um es universell zu machen.”

Berners-Lee hätte seine Ideen auch für sich behalten können oder kommerziell an andere Institutionen verkaufen können, stattdessen machte er es allen zugänglich, ohne selbst davon finanziell zu profitieren. Das finde ich einen sehr schönen wichtigen menschlichen Grundsatz. Manchmal ist eben auch schön, einfach zu teilen und nicht alles an sich zu reißen und nur an den Profit zu denken.
Berners-Lee trug entscheidend dazu bei, dass sich das Internet vom Kommunikationsnetz für Wissenschaftler zu einem Massenmedium entwickeln konnte. Vor allem auch durch die Erfindung des HTML, also einer Sprache, mit der die logischen Bestandteile eines textorientierten Dokuments beschrieben werden, wurde es möglich, dass auch Privatpersonen im Internet Daten versenden und ihre eigenen Seiten erstellen konnten.

Heute
Dies alles trieb die Entwicklung des Internets stark voran und vor allem wurde die Entwicklung immer schneller, die Anzahl der Rechner im Internet hat sich alleine seit 2000 von 93.000.000 auf 903.000.000 im Jahr 2012 gestiegen. Jugendliche in Deutschland sind täglich durschnittlich 3 Stunden online im Internet unterwegs, dabei primär in Onlinecommunities, Suchmaschinen und Unterhaltungsportalen wie Youtube. Die Tageszeitung WA (Raum Hamm, Münsterland) hat Leute auf der Straße befragt, wie ein Leben ohne Internet wäre.

Grausam - die reinste Katastrophe - wie in der Steinzeit - gar nicht mehr vorstellbar: Das sind Meinungen zu der Frage, wie ein Leben ohne Internet wäre. Diese kleine Umfrage zeigt deutlich, wie sehr das Internet schon in unseren Alltag integriert ist, und teilweise nicht mehr wegzudenken ist. Die Rechenleistung einer früheren Maschine mit der Größe eines Kleiderschrankes stellt nur den Bruchteil dar, was heute als Smartphone oder Tablet bequem in jede Hosentasche passt.
Wenn das Internet heute schon so einen großen Stellenwert in unserem täglichen Leben hat, wie sieht dann wohl die Zukunft aus? Was erwartet uns, womit müssen wir rechnen?

Die Zukunft

Irgendwann werden wir nicht mehr offline sein können“, sagt Dr. Jeanette Hofmann, Direktorin des Alexander-Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft.

Damit meint sie, dass online sein so normal für uns wird, dass wir es gar nicht mehr merken. Ähnlich wie mit dem Strom, den wir unbewusst benutzen und gar nicht mehr wahrnehmen.
Wie genau das Internet in einigen Jahren aussehen wird, lässt sich natürlich nicht genau prognostizieren. Allerdings gibt es Forscher und Wissenschaftler, die Trends feststellen und so sagen können, mit welchen Veränderungen oder auch Stagnationen wir rechenen konnen.
Wichtige Schlagwörter sind hierbei Datenschutz, Informationsfluss, Aktivität, Kommunikation und Personalisierung.
Die Zeit online hat ihre Nutzer aufgefordert, ihre Zukunftsvisionen vom Internet darzustellen. Dabei kamen viele Antworten zusammen, die viele unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen zum Internet der Zukunft zeigen. Einige Nutzer sehen der Zukunft des Internets eher negativ entgegen: es ist von erhöhter Computerkriminalität, absoluter Überwachung, Zensur und Werbung und Kommerzialisierung im Überfluss die Rede. Aber es gibt auch positive Visionen: Das Problem des Urheberrechts wird beendet, alle Medien (Filme/Musikstücke/Programme/Bücher etc.) sind kostenlos für jeden verfügbar, das Internet wird gemeinnütziger, gewaltfrei, technisch sicher, sozialer und fairer.

Ich persönlich denke, dass das Potenzial des Internets noch lange nicht aufgebraucht ist. Die Frage ist, wie wir es uns effizient zu Nutzen machen. Semantische Suchmaschinen werden unsere Suchen erleichtern, undurchdringbare Spamblocker halten lästige Werbung die uns nicht interessiert von uns fern. Ich glaube, dass Grundsatzdiskussionen über Datenschutz und Urheberrecht noch eine große Rolle in der Zukunft spielen werden. Ich wünsche mir ein Internet, dass wenn ich verantwortungsbewusst mit meinen Daten umgehe, es das auch tut. Ich möchte leichten Zugang zu Filmen, Musik und später als Lehrperson auch zu Lehrmaterialen, ohne mich gleich kriminell fühlen zu müssen. Respekt habe ich vor den Visionen über Kommunikation und Beziehungen. Werden wir später wirklich fast ausschließlich online kommunizieren? Werden Kassierer, Ärtze, Pfleger und Beamte durch übers Internet gesteuerte Roboter ersetzt? Das fände ich ziemlich furchtbar. Ich bin der Meinung, dass Menschlichkeit etwas ist, was nicht durch Technik ersetzt werden kann. Der Roboter verfügt vielleicht über endloses Wissen und ist fehlerfrei in seinem Handeln durch Zugang zu den weltweiten Datenbanken des Internets, doch machen gerade Fehler und Emotionen uns zu Menschen. Lieber möchte ich mich über eine schlecht gelaunte Kassiererin ärgern, als mir von einer Computerstimme einen “guten Tag” wünschen zu lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich lohnt, sich über die Entwicklung des Internets Gedanken zu machen. Es ist bereits Teil unseres Alltags und wird in Zukunft vielleicht eine noch größere Rolle spielen. Ich halte es für wichtig, ein Bewusstsein dafür zu bekommen, was das Internet vor ein paar Jahr(zehnt)en erst konnte, und was es jetzt kann. Es zeigt die rasante Geschwindigkeit dieser Entwicklung, dessen zukünftiger Weg noch ungewiss ist.

Quellen:

Zum ARPANET und Tim Berners-Lee:

  • http://www.techfak.uni-bielefeld.de/ags/wbski/lehre/digiSA/Gedankengeschichte/Ausarbeitungen/2906.pdf
  • http://www.spiegel.de/netzwelt/web/it-legenden-wie-tim-berners-lee-das-web-erfand-a-610257.html
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Html
  • http://www.netplanet.org/aufbau/netzwerk.shtml

Über die Zukunft des Internets:

  • http://www.cicero.de/berliner-republik/zukunft-des-internets-wir-werden-nicht-mehr-offline-sein/55227
  • http://www.zeit.de/online/2007/20/internet-2020-user-visionen

Beitragsbild: http://st.gdefon.com/wallpapers_original/wallpapers/259477_hi-tech_rabochij-stol_internet_oboi_super_1920x1080_%28www.GdeFon.ru%29.jpg

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>