Was ist ein MOOC und werden sie in Zukunft die Universität ablösen?

Was ist ein MOOC?

Wenn man sich mit dem Thema OER beschäftigt, stößt man auch immer häufiger auf den Begriff „MOOC“.
Ein MOOC ist ein „Massive Open Online Course”, also ein kostenloser und nicht an Bildungsabschlüsse gebundener (open) Kurs (course) der im Internet (online) und mit einer theoretisch unbegrenzten (massive) Teilnehmerzahl abgehalten wird.(1)
(Fast) alle MOOCs basieren auf dem System des „flipped classroom“: „Anstatt seinen Schülern Frontalvorträge zu halten, filmt sich der Dozent in seiner Unterrichtsstunde ab und stellt das Video ins Netz. Die Schüler können es sich zu Hause ansehen [...].” (2)
Üblicherweise werden den Kursteilnehmern zusätzlich Unterrichtsmaterialien zum Download zur Verfügung gestellt, um offene Fragen selbst zu klären und gegebenenfalls Vor- und Nacharbeiten zu können.
Populär wurde das noch junge Phänomen 2006/07 insbesondere durch Salman Khan. Seine zunächst nur als kleine Nachhilfevideos geplanten Filme begeisterten schnell tausende User auf YouTube. Heute leitet er eine eigene Onlineakademie und seine Videos sind über 250 Millionen mal(!) aufgerufen worden.(3)
Wie an einer „normalen“ Universität üblich, bieten auch MOOCs oft Zertifikate an, die man nach erfolgreicher Teilnahme an einem Kurs erhalten kann. Zwar werden diese von deutschen Universitäten zumeist noch nicht anerkannt (4), es gibt aber bereits Bestrebungen dies zu ändern.

Eine gute visuelle (allerdings auch englische) Zusammenfassung findet sich auch in diesem Video:

MOOCs als (alleinige) Zukunft der universitären Bildung?

MOOCs bieten viele Vorteile: Sie erfordern keine physische Anwesenheit der Studenten mehr. Inhalte können beliebig oft angesehen werden. Die Veranstaltungen der besten und bekanntesten Dozenten werden für jeden verfügbar. Inhalte können in Echtzeit und dank Schwarmintelligenz besonders wirksam bewertet werden. Und das alles kostet den Einzelnen auch noch viel weniger Geld.
Aber es gibt ohne Zweifel auch Nachteile (5): Die soziale Komponente eines Studiums wird deutlich vermindert. Das bei MOOCs oft übliche „Peer-Grading“, bei dem sich Studenten gegenseitig bewerten, bietet Missbrauchsgefahren. Viele Veranstaltungen werden nur auf maximale Zuschauerzahlen ausgerichtet und akademisches Niveau geht verloren. Und nicht zuletzt sind MOOCs bereits heute oftmals nicht mehr „open“, sondern kosten Geld.

Insgesamt scheint es also unwahrscheinlich, dass MOOCs die Universität in naher Zukunft ablösen.
Logischer wäre beide Bildungsarten zu vereinigen, und wie z.B im geplanten Minerva-Projekt das Beste aus beiden Welten zu vereinen. (3)

Quellen:
(1) vgl. https://www.mz.itsz.tum.de/elearning/moocs/was-ist-ein-mooc/ (23.3.14)
(2) http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten (23.3.14)
(3) vgl. http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten (23.3.14)
(4) vgl. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/kostenloses-studium-fuer-alle-moocs-sollen-bildung-demokratisieren-a-899846.html (23.3.14)
(5) vgl. http://www.heise.de/tp/artikel/40/40833/1.html (23.3.14)

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LearningApps.org - Bildung der Zukunft

Die kostenfreie Plattform LearningApps.org „entstand in der Schweiz im Rahmen eines Forschungsprojektes der Pädagogischen Hochschule Bern in Kooperation mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz und der Hochschule Zittau/Görlitz.“ (1)
Auf dieser übersichtlichen Website kann jeder Interessierte einfach und komfortabel Lernbausteine erstellen, verändern und publizieren.
Man kann aus einer breiten Palette von vordefinierten Templates ein passendes auswählen und nach seinen Vorstellungen mit Inhalten füllen. Praktischerweise können diese Inhalte direkt über die auf der Seite enthaltene Suchmaschine für Lizenzfreie Medien gesucht und eingebettet werden, wodurch es auch SchülerInnen ohne lange Einführung spielerisch möglich ist, selbst Lernbausteine zu erstellen, oder zu verändern.
Auch die Bewertung der Inhalte wird (fast) ausschließlich durch die Nutzer durchgeführt. (2)
So wird man nicht nur dazu eingeladen, die Plattform passiv zu nutzen, sondern auch sich aktiv daran zu beteiligen.

Meine Meinung:
Natürlich geben die angebotenen Templates enge Regeln vor, weswegen die Möglichkeiten von dort erstellten Apps schnell an ihre Grenzen stoßen können. Und natürlich können LearningApps bestehende Unterrichtsstrukturen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Aber nichts desto trotz, bieten sie nicht nur eine sehr einfache, sondern auch eine sehr schnelle Möglichkeit den eigenen Unterricht aufzupeppen und um eine digitale Note zu erweitern, welche sicherlich die Aufmerksamkeit der SchülerInnen an sich binden kann.
Auch die aktive Community ist sehr einladend und das Bewertungssystem vorbildlich.
Insgesamt stellt die Seite für mich einen lebenden Beweis dafür dar, wie effektiv OER’s funktionieren könn(t)en.

Hier ein selbst kreiertes Beispiel für eine solche Learning Application:

Quellen:
(1)http://learningapps.org/LearningApps.pdf (21.3.14)
(2)http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Leichter-lernen-mit-selbst-gemachten-Apps/story/12803515 (21.3.14)

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Die Qualitätssicherung von OER’s – ein Dilemma

Du weißt nicht, was OER’s überhaupt sind? Dann lies hier weiter.

So schön sich OER’s auch anhören, stellt ihre Qualitätskontrolle doch ein großes Problem dar. Denn natürlich ist es auch und besonders bei frei verfügbaren Inhalten wichtig sicherzustellen, dass die bereitgestellten Informationen korrekt sind.
Aber wie soll man das garantieren?

Durch staatliche Kontrolle?
Die Regierung könnte sich nicht nur für zentrale Verwaltung von OER-Inhalten starkmachen, sondern auch zusätzlich Expertengruppen berufen, welche die bereitgestellten Informationen prüfen und bewerten.
Allerdings mahlen staatliche Mühlen nicht nur träge, eine solche Lösung würde auch die institutionelle Bindung von Wissen an staatliche Strukturen nicht vermindern, sondern eher stärken.
Daher bin ich persönlich gegen eine solche Lösung.

Durch Unternehmen?
Man könnte auch darauf setzen, dass Unternehmen ein Interesse daran haben, OER-Inhalte zu verwalten und bereit zu stellen. Nicht nur haben sie die nötigen finanziellen Mittel, sie könnten entsprechende Plattformen auch am effektivsten Bewerben.
Aber natürlich stünden für Unternehmen immer auch ihre eigenen Interessen im Mittelpunkt und Neutralität könnte so nie garantiert werden.
Auch diese Lösung lehne ich persönlich ab.

Durch die Nutzer selbst?
Auf den ersten Blick scheint das sinnvoll. Besonders aktive Nutzer einer OER-Community könnten beispielsweise per Wahl einige ehrenamtliche Admins wählen, die die Qualität der bereitgestellten Informationen prüfen. Dieses Verfahren wird beispielsweise von Wikipedia bereits mit Erfolg praktiziert.
Allerdings verhindert ein solches Prinzip weder Streit (1), noch muss Schwarmintelligenz immer gut für den Einzelnen sein (2).

Fazit:
Sicher ist es naheliegend, dass OER’s auf ihre Korrektheit überprüft werden müssen. Ferner ist es, so denke ich, unstrittig, dass neutrale Interessengruppen für dieses verantwortlich sein müssen.
Wie genau solche „neutralen“ Gruppen aber gebildet, oder ernannt werden können, ist aber eine spannende und erstaunlich schwierig zu beantwortende Frage, die maßgeblich über den Erfolg von freien Bildungsressourcen mitentscheiden wird.

Quellen:
(1) vgl. http://winfuture.de/news,50763.html (21.3.2026)
(2) vgl. http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article123536353/Die-dumme-Seite-der-Schwarmintelligenz.html

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Was sind OER und brauchen wir sie überhaupt?

Was sind OER’s überhaupt?

OER steht für „Open Educational Resources“ und könnte sinngemäß mit „offene Bildungsressourcen“ übersetzt werden.
Das „offen“ bezieht sich hierbei insbesondere auf die kostenlose und unbeschränkte Verfügbarkeit, der Begriff „Ressourcen“ kann sowohl für Inhalte, sowie Werkzeuge, Materialien und sogar verwendete Techniken stehen.(1)
Ziel der Bereitstellung und Verbreitung von OER’s sind daher keine monetären Interessen. Es geht vielmehr darum, einen „neuen medienpädagogischen Bildungsstandard“(2) zu schaffen, der allen Nutzern freie, kostenlose und jederzeit verfügbare Bildung ermöglichen soll.
OER’s sollen mittelfristig dazu beitragen, eine gigantische, digitale und weltweit zugängliche Wissensbibliothek zu schaffen und durch institutionelle Bildung geschaffene Ungleichheit zumindest zu vermindern.

Meine Meinung dazu:

Wir leben in einer Informationsgesellschaft.(3) Bildung ist schon heute eines der zentralen Attribute für persönlichen und beruflichen Erfolg und ihre Bedeutung wird weiter zunehmen.(4)
Allerdings ist, auch und besonders in Deutschland, der Zugriff auf Bildung noch immer sehr beschränkt und entweder in staatlicher (Universitäten, Schulen etc.) oder in wirtschaftlicher (Verlage etc.) Hand. Daher werden gesellschaftlich bestehende Ungleichheiten durch die eingeschränkten Möglichkeiten zum Wissenserwerb weiter zementiert.
OER’s könnten, wenn sie weiter aktiv vorangetrieben und bekannt gemacht werden, ein wirksames Gegenmittel darstellen. Nicht nur, da sie wirklich jedem zur Verfügung stehen, sondern vor Allem, weil sie auch zum aktiven Mitarbeiten und Gestalten einladen.
Zwar erfordern sie eine hohe Medienkompetenz, allerdings ist das etwas, was ohnehin unvermeidlich ist. Die einzige echte Gefahr sehe ich in der Frage der „Qualitätssicherung“ (s. Anderer Artikel), aber dennoch bin ich der Meinung, dass OER’s ein wichtiger Bildungsstandard der nahen Zukunft werden muss.

Quellen:
(1)vgl. A Review of the Open Educational Resources (OER) Movement: Achievements, Challenges, and New Opportunities
(2)vgl. Filk, Christian, “Open Educational Resources” (OER) – Ein medienpädagogischer Bildungsstandard im Web-2.0- Zeitalter? Zur diskursiven Verortung eines emergierenden Paradigmas, in: Medienimpulse. Beiträge zu Medienpädagogik, Wien 2005.
(3)vgl. http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Reden/DE/2011/06/strg_egovernment.html
(4)vgl. Quelle: Hanushek E. H. & Woessmann L., The High Cost of Low Educational Performance, OECD – Programme for International Student Assessment, Paris 2010

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Ein skeptischer Blick auf interaktive Tafeln:

Interwrite Learning oder Mimio? Analog resistiv oder trigonometrisch optisch?
Ganz egal, interaktive Tafeln sind in aller Munde(1) und auf den ersten Blick scheinen sie eine sinnvolle Verquickung von traditionellen Unterrichtsmethoden und neuen Medien.
Auch Pädagogikexperten und (Schul-)Buchverlage springen vermehrt auf diesen Zug auf(2). Aber ist dieser Trend wirklich so nützlich wie er scheint? Ein skeptischer Blick:

Zunächst einmal verleiten interaktive Tafeln natürlich zum vermehrten Einsatz von bildlichen Ikonen und einer Abkehr von sprachlichen Mitteln. Doch derlei kann leicht zu weit gehen.
Denn natürlich „gibt es auch Unterrichtsgegenstände, die den Bildergebrauch möglicherweise verwehren, die durch Bildlichkeit verfälscht werden könnten, zu deren Verständnis Bilder unmöglich beitragen können.“(3)
Und das im Einzelfall zu erkennen und entscheiden kann Lehrkräfte leicht überfordern, insbesondere sicher solche, die nicht selbst mit den neuen Medien aufgewachsen und sozialisiert worden sind.

Auch eine Rückentwicklung offener Unterrichtsformen hin zum Frontalunterricht, könnte durch Whiteboard begünstigt werden.(4)
Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich die langweiligen Powerpointvorträge die Vorlösungssäle in Schlafräume verwandelt zur Genüge.

Der übermäßige Einsatz von Whiteboards kann schließlich auch zur Abhängigkeit dieses Mediums und seiner Software führen.
Schon jetzt diktieren Apple, Google und Co einen Großteil unseres (digitalen) Lebens, was geschieht, wenn sie auch in die Klassenräume vordringen und dort den Unterricht von morgen nicht nur mitgestalten, sondern auch mitbestimmen?

Schließlich erscheinen interaktive Tafeln oft noch immer unausgereift. Die Möglichkeiten sind erstaunlich, beschränken sich aber zumeist doch noch immer auf Interaktionsmöglichkeiten, die auch analog zur Verfügung stünden. Wirkliche technische Innovation sucht man derzeit noch mit der Lupe.(5)

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1 Vgl. Artikelübersicht “Interaktive Whiteboards”
abgefragt am 18.01.14 auf http://www.lehrerfreund.de/schule/kat/interaktive-whiteboards
2 Vgl. z.B Onlineleseprobe des Buchs “Mit Whiteboards unterrichten”
abgefragt am 18.01.14 auf http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/978-3-407-62747-6.pdf
3 Jörg Ruhloff: Spiegelbilder, ein Beitrag zur Bilderskepsis. In Witte: Der skeptische Blick. VS Verlag 2011 S. 172
4 Vgl. Heinz Moser: Zur Zukunft der Lernmedien – ein Kommentar aus Schweizer Sicht. In: Zur Zukunft der Lehr- und Lernmedien in der Schule. Opladen 2003, S. 143-154
5 Vgl. “Neue elektronische Tafeln lösen kein einziges Problem”
abgefragt am 18.01.14 auf http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/elektronische-tafeln/3994

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Warum Schule langweilig ist?

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Film und Fernsehanalyse

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