Wie wir im Verlaufe des Seminars gelernt haben gehört zu jedem Portfolio eine Reflexion. Da dies der letzte Blogeintrag sein wird, folgt hier auch die Reflexion. Allerdings möchte ich nicht nur eine Reflexion schreiben sondern auch einen kurzen Rückblick und ein Fazit geben.
Rückblick:
Das Seminar “Techniken des Selbst: ePortfolio” hat sich rückblickend in drei Teilthemen gegliedert:
Als erstes haben wir uns allgemein mit dem ePortfolio beschäftigt. Die Texte von Winter, Münte-Goussar, Baumgartner und Othmer/ Weich bildeten die Einführung und Vertiefung in das Thema ePortfolio. Hier wurden die grundlegenden Eigenschaften der elektronischen Sammelmappe besprochen. Schlagworte waren hier: Individualität, Selbststeuerung und lebenslanges Lernen. Baumgartner gliederte die verschiedenen Bereich in einem Klassifikationsschema (Taxonomie), welches die unterschiedlichen Arten des Portfolios verdeutlichte und strukturierte. Der Text von Othmer und Weich machte deutlich, dass Medien ein unverzichtbares Element von Bildungsprozessen -und Institutionen sind. Klar wurde hier auch, dass Facebook und ePortfolios eine gewisse Ähnlichkeit haben, da beide auf das Profil des Selbst und der kontinuierlichen Verbesserung der Selbstdarstellung aus sind.
Danach folgten Texte zum Neoliberalismus und wie sich dieser im Portfolio wieder spiegelt. Häcker machte dutlich, dass das neoliberal Denken und das ökonomische Selbst mit dem Portfolio gefördert werden und das dabei soziale Aspekte auf der Strecke blieben. Bourdieu beschrieb die Auswirkungen des Neoliberalismus an Amerika und erklärte die Philosophie des Neoliberalismus am Beispiel des Gesundheitssystem in Amerika. Bröckling beschrieb die Entstehung des Subjekts und des “unternehmerischen Selbst”. Bröckling machte deutlich, dass unser Handeln von Anderen beeinflusst wird, da wir nach Anerkennung und Aufmerksamkeit streben. Danach folgte der Text von Rabenstein, der dann auch die Überleitung zum dritten Bereich darstellte. Rabenstein führte Foucault ein und ging davon aus, dass sich jedes Subjekt heute selbst manged.
Danach folgte der wohl schwierigste Teil des Seminars: Die klassische Sicht auf das neuartige Portfolio. Hier haben wir, 3 Texte die sich auf Foucault bezogen oder von ihm selbst geschrieben waren, gelesen.
Reflexion:
Dadurch, dass wir 3 verschiedene Bereiche zum Thema Portfolio behandelt haben, hat man ein sehr guten Einblick bekommen. Am Anfang war ich nicht überzeugt von der Methode des Portfolios. Die Idee dem Schüler mehr Freiraum für seine Individualität zu geben fand ich sehr gut, dennoch war mir nicht klar, wie man das in den Schulalltag einbauen kann und schließlich auch zu benoten. Die Texte machten deutlich, dass das Portfolio sehr vielseitig einsetzbar ist und nicht nur an den Bereich der Schule gebunden ist. Dennoch wurde durch die Texte bezüglich des Neoliberalismus auch die Gefahr des Portfolios beleuchtet. Die Individualität steht zwar deutlich im Vordergrund, dennoch möchte man sich selbst auch möglichst gut vermitteln und darstellen, sodass man hier bei vielleicht soziale Aspekte die in anderen Unterrichtsformen gefördert werden, vergisst. Besonders beeindrucken fand ich es, dass das Portfolio gar nichts “Neues” ist. In Form der Hypnomênata existiert das Portfolio schon lange auch ohne Elektronik und das World Wide Web.
Fazit:
Jetzt bin ich eine Portfolio-Expertin und kann mich nach meinem Studium für das Referendariat in Hamburg bewerben
Die einzige Frage die für mich immer noch offen ist, ist:
Wie soll ich das Portfolio, welches eine individuelle Arbeit des Schüler ist, bewerten?



