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23andMe

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März 19, 2014 by leonie

23andMe - Wie viel wollen wir wirklich über unsere Gene wissen?

 

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23andMe ist ein US-amerikanisches Unternehmen aus dem Jahre 2006. Das Unternehmen hat sich der Genomanalyse gewidmet. Zuerst war das Konzept nur in Amerika erhältlich, erst seit 2008 kann auch ein Mensch außerhalb der USA bei dem Projekt mitmachen. Ein Interessierter kann eine Speichelprobe an das Unternehmen senden und seine Gene für 99$ zuzüglich Versandkosten untersuchen lassen. Im Labor von 23andMe werden dann die Gene auf 200 genetisch veranlagte Krankheiten untersucht und gleichzeitig werden auch 99 andere Veranlagungen untersucht. So entsteht ein breites Bild über das Genom eines Menschenes, das aus 24 Chromosomenpaaren besteht, hierbei sind 23 Paare bei jedem Menschen identisch, bis auf das eine, 24. Paar. Deswegen gab sich die Firma auch diesen Namen, da das 24. Paar dem Me, also dem ich, entspricht.

Nachdem man seine Probe eingeschickt hat, bekommt man die Ergebnisse der Tests im Internet auf der Plattform von 23andMe. Dort kann man dann bestimmte Dinge einsehen, welche Krankheiten in der Familien-DNA vorhanden sind und wie hoch die Chance ist, solch eine KRankheit selber zu bekommen. Außerdem bekommt man Informationen zu seinen eigenen Genen und man darf auf bestimmte Verwandschaftsverhältnisse zugreifen. So kann man zum Beispiel eine Halbschwester oder einen Halbbruder finden, gesetz den Fall, dass sich die andere Person auch von 23andMe untersucht lassen hat.

Hinzu kommen Daten zur geografischen Herkunft, es wird dargestellt, zu wie viel Prozent man Schwede, Amerikaner, Italiener oder Deutscher ist. Außerdem kann man einsehen, wie viel Prozent des Neandertalers in einem selber steckt, was man mit dieser Information machen kann, weiß ich nicht, vielleicht finden es manche Leute einfach interessant zu wissen.

Den größten Effekt auf einen selber haben bestimmt die Informationen über die Krankheiten und die Chancen an solch einer zu erkranken. Ich persönlich fände es sehr erschreckend zu erfahren, wie hoch mein Risiko ist an Krebs oder Altzheimer zu erkranken. Schwerer wird es dann noch, wenn es solche Fälle schon in der eigenen Familie gab und man hautnah mitbekommen hat, wie so eine Krankheit ablaufen kann. Bei der vermeintlichen “Diagnose” ist man komplett auf sich gestellt und hat auch keine Möglichkeit mit einem Arzt darüber zu sprechen, der einem vielleicht helfen kann, nicht in Panik zu verfallen. Das ist ein sehr großer Nachteil von diesem Konzept. Es kann ja auch passieren, dass man die Daten falsch interpretiert und man am Ende gar nicht krank wird. Meistens sind die Auslöser für so eine Krankheit auch mit der eigenen Lebensweise verbunden. Wenn man also gesund lebt, sind die Chancen an bestimmten Krankheiten zu erkranken, sowieso nochmal geringer. Deshalb ist dieser Teil eher sehr negativ zu bewerten.

Auf der anderen Seite bekommt viele Informationen, die einem im Leben vielleicht weiter helfen können. Die Untersuchung der eigenen Gene für 99$ ist außerdem ein günstiger Preis. Durch die Analyse eines vollständigen Blutbildes im Krankenhaus, das sehr viel teurer ist und nicht einfach so gemacht wird, liefert auch nicht so ein umfangreiches Bild der Lage, wie 23andMe. Man erhält also für einen weniger teuren Preis, mehr Informationen. Die Frage ist jedoch: Wollen wir überhaupt, dass diese Informationen, die ja durchaus sehr privat sind, über die halben Erdball fliegen, damit wir vielleicht wissen, dass wir zu 2% die gleichen Gene haben wie der Neandertaler. Denn eigentlich sammeln die Forscher nur wieder unsere Daten. Und wenn wir schon so viele von unseren privaten Daten preisgeben bei Facebook oder per Email oder sonst wie, und diese auch ausgelesen werden, wollen wir dann auch noch unsere ganzen Gene und die damit verbundenen Informationen auch noch ins Internet bringen?

Die Auswertung der Daten kommt ja auch nur über das Internet zu einem zurück und wie privat das dann wirklich ist, ist in Frage zu stellen. Der Bogen, der dann im Internet zu sehen ist, sieht dann ungefähr so aus:

http://turbo.paulstamatiou.com/uploads/2010/03/pstam_23andMe_research_reports_1000.png

Hier sind die Informationen ungefiltert. Sie strömen auf den Kunden ein und er sitzt mitunter hilflos davor. So etwas ist schon ziemlich unverantwortlich und ich finde es ist eine sehr erschreckende Vorstellung, so etwas über das Internet zu erfahren und nicht von einem Arzt. Das ganze kann sehr schnell zu einer Panik führen, die einen im Leben schon behindern kann. Hypochonder könnten so einen Test gar nicht machen, weil sie dann nur noch mit den Testergebnissen beschäftigten wären und vielleicht in eine tiefe Depression fallen können.

Der Datenabfang von solchen Informationen ist ja auch nicht gesichert, weswegen dieses System auch nochmal einen weiteren sehr negativen Punkt aufbringt.

Zusammenfassend bin ich sehr negativ gegenüber dem Projekt eingestellt, da es einfach zu viele Gefahren birgt, für die wenigen, vielleicht nützlichen und vielleicht auch witzigen, Informationen, die man erhält.

Quellen:

 

https://www.23andme.com/

 

http://paulstamatiou.com/review-23andme-dna-testing-for-health-disease-ancestry/


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