Foucault - Über sich selbst schreiben

Foucault beschreibt zwei Arten des Schreiben-über-sich-selbst: die hypomnêmata und die Korrespondenz. Ich werde nur auf die hypomnêmata eingehen.

Die hypomnêmata unterscheidet sich von dem Portfolio als Kompetenzdarstellung. Es dient nicht dazu, seine Potentiale aufzuführen und sich selbst zu vermarkten, sondern darum aufzuzeigen, was einen selbst bewirkt hat. Man kann sie als persönliches Notizbuch bezeichnen, in dem Gelesenes, Gehörtes und Gedachtes für nochmaliges Lesen, Meditieren oder Austausch mit sich selbst und anderen gesammelt wird. Man nutzt sie auch als Lebenshilfe und Verhaltensanleitung. So persönlich die hypomnêmata auch ist, so darf man sie nicht mit einem intimen Tagebuch gleichsetzten. Sie ist nicht dazu gedacht, die tiefsten Geheimnisse zu enthüllen. Sie dient einzig und allein der Selbstbildung. Man macht sich Erfahrenes zu Eigen, man verändert es also, führt es mit anderem Wissen zusammen und macht es zu einem Teil seiner Selbst, so bildet sich auch die eigene Identität.

Es ist wichtig während der Lese- und Schreibprozesse ab und an Inne zu halten und sich zu fragen, was man eigentlich bis jetzt alles erfahren hat. Denn übermäßiges Schreiben führt zur Erschöpfung und übermäßiges Lesen zur Verzettlung, so Foucault. Ich achte auch darauf, insbesondere bei der Erstellung von Hausarbeiten, zwischendurch viele Pausen zu machen, um meine Gedanken ordnen zu können.

 

Parallelen zum Portfolio:

- Sammlung verschiedener Materialien

- Reflexion

- Wissen auf das jederzeit zurückgegriffen werden kann, Gedächtnisstütze

- Keine Standardisierung

- Herstellung einer Beziehung zu sich selbst

 

Quelle:

Foucault, Michel (2005): Über sich selbst schreiben. In: Schriften, Band IV, 329. Frankfurt: Suhrkamp Verlag

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