Peter Baumgartner und Klaus Himpsl hielten am 26.11.2025 einen Vortag über „Implementierungsstrategien für E-Portfolios an (österreichischen) Hochschulen“ an der Uni Hamburg.
Baumgartner sprach zunächst über das E-Portfolio allgemein. Äußerlich hebt es sich kaum von anderen Websites mit einem Unterschied: Portfolios sind administrierbar. Als Eigentümer eines E-Portfolios kann man selbst entscheiden, wer darauf zugreifen darf und welchen Teil er abrufen darf. Er erwähnte des Weiteren, dass Portfolios viele Gesichter aufweisen. Sie sind recht vielseitig und somit nicht leicht zu durchschauen. Kein E-Portfolio ist wie das andere. In diesem Zusammenhang zeigt er ein Bild, welches meine Aufmerksamkeit weckte: die Blinden und der Elefant. (siehe nachfolgende Abbildung)
Dieses Bild zeigt, dass jeder eine andere Auffassung von dem untersuchten Objekt hat. Jedes Subjekt schafft sich seine eigene Wirklichkeit. Diese Wirklichkeiten müssen zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Ich denke, diese Karikatur beschreibt das Portfolio recht gut.
Jedes Portfolio hat eine andere Funktion, will etwas anderes ausdrücken. Nach Baumgartner determinieren die Nutzungsszenarien und die Software die Implementierungsstrategien, d.h. je nach dem was erreicht werden will, werden andere Maßnahmen gewählt.
Es gibt sehr viele verschiedene Portfoliotypen. Aus der Analyse der E-Portfolio-Beschreibungen wurde eine Taxonomie, sprich ein systematisches Klassifikationsschema, entwickelt. Strukturiert wurden die Typen zuerst nach den drei Grundtypen (Reflexions-, Entwicklungs- und Präsentationsportfolio, dann nach den Eigentumsrechten (Personenportfolio oder Organisationsportfolio) und letztlich nach Produkt-/ Prozessorientierung. Es ergab sich eine Einteilung in insgesamt 12 Portfoliotypen. Es handelt sich um keine scharfe Trennung, sondern es liegen unterschiedliche Schwerpunkte vor. Der Fokus an Hochschulen liegt auf dem Reflexionsportfolio. Hierzu die Abbildung:
Himpsl geht auf die Entstehung der vier Strategiemodelle ein. Sie entwickelten sich einerseits aus der Taxonomie, andererseits aus der Untersuchung von Modellfällen an sechs Hochschulen, wobei Studierenden in Interviews zu sieben unterschiedlichen Bereichen Fragen gestellt wurden. Hierzu die Abbildung:
Der Vortag war sehr anschaulich gestaltet. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich dadurch nicht stärker für die Arbeit mit Portfolios/E-Portfolios interessiere. Die Präsentation zeigte deutlich, dass sie noch ganz am Anfang stehen und keine empirischen Studien aufweisen, die auf Erfolgschancen hindeuten.