Vortrag von Peter Baumgartner: Implementierungsstrategien für e-portfolios an Hochschulen

In dem Vortrag von Prof. Dr. Peter Baumgartner und Dr. Klaus Himpsl- Gutermann über „Implementierungsstrategien für e-portfolios an (österreichischen) Hochschulen“ geht es um die Hilfestellung, Portfolios besser in die Hochschule, aber auch in anderen Bereichen, einzubetten.

Interessant finde ich, dass gleich zu Beginn darauf hingewiesen wird, dass man als Pädagoge selbstkritisch sein sollte und dass das E-Portfolio nicht alle didaktischen sowie pädagogischen Probleme lösen könne.

Peter Baumgartner startet mit der Gliederung des Vortrages:

1.) Entwicklung einer Taxonomie für E-Portfolios
2.) Software Evaluation und Empfehlungen
3.) Implementierungsstrategien
4.) Fallbeispiel: MA eEducation (DUK)

Der Einstieg des Vortrages beinhaltet eine Definition des E-Portfolios, die ich für sehr treffend halte:

„Ein E-Portfolio ist eine spezielle Form eines Content Management Systems (CMS), das als eine elektronische Sammlung von digitalen Artefakten fungiert, zu denen verschiedene Nutzer/- innengruppen unterschiedliche Zugänge d.h. (Schreib- und Lese-) Rechte haben.“ (Baumgartner, 2008)

Baumgartner betont hier vor allem den Vorteil, dass man den Zugang zu seinen Daten eigenständig steuern kann. Genau diesen Punkt finde ich auch erwähnenswert. Wenn man sein Portfolio ein Leben lang führt, kann man seine Artefakte immer für neue Leute freischalten und anderen den Zugang verwehren, sodass man nicht so präsentiert wird wie beispielsweise auf Facebook.

Punkt zwei beginnt Baumgartner wiederum mit einem Zitat. Dieses Mal soll er Begriff „Taxonomie“ näher betrachtet werden:

„ Unter einer Taxonomie wird ein systematisches Klassifikationsschema zur Ordnung von Dingen, Erscheinungen, Prozessen etc. nach einheitlichen sachlogischen Prinzipien, Verfahren und Regeln verstanden.“ (Baumgartner, 2008)

Mithilfe einer solchen Taxonomie sieht man in folgender Darstellung die Gliederung der verschiedenen Portfoliotypen:


(Baumgartner & Himpsl, 2008)

Laut der Tabelle kommt man durch drei Grundtypen (Reflexion, Entwicklung und Präsentation), der Unterscheidung nach Eigentum (personen-/ organisationsbezogen) und der Unterscheidung nach Orientierung (produkt-/ prozessorientiert) auf insgesamt 12 Typen von Portfolios.

Um kurz auf die Software einzugehen, die im nächsten Teil des Vortrages von Klaus Himpsl erläutert wird, habe ich zu den verschiedenen Typen kurze Stichpunkte notiert:

institutionell
- LMS/LCMS (Lernplattformen): formales Lernen, Hochschule
- CMS/ HRMS (Content Management Systeme/Human Resource Management):
Wissens-/Kompetenzmanagment in Unternehmen etc.

Individuell
- Web 2.0: informelles Lernen, soziale Netzwerke, problemzentriertes Arbeiten
- PLE (persönliche Lernumgebung) : persönliches Wissensmanagment
lebenslanges Lernen, Schreibtisch, eigener PC

Empfehlenswert, laut Himpsl (2008), seien vor allem die Produkte „PebblePed” und „Mahara“, weil sie im Vergleich zu anderen die meisten Bereiche abdeckten.

Nun kommen wir zu dem eigentlichen Punkt des Vortrages, der Implementierung. Hierzu wurden vier Strategiemodelle entwickelt. Unter dem Punkt A finden wir die Entwicklungsportfolios, die besonders für normative Entwicklungsübergänge von Bedeutung sind. Reflexionsportfolios umfassen die Kategorie B und dienen u.a. der Qualitätssicherung, während die Beurteilungs- und Präsentationsportfolios aus der Gruppe C einem handlungsorientierten Studium dienen können. Der letzte Punkt D ist eine Kombination aus A, B und C in Verbindung mit einer hochschulweiten Strategie, die vor allem für die Verbreitung von e-portfolios bedeutend ist.

Auf das Fallbeispiel als letzten Punkt des Vortrages von Peter Baumgartner und Klaus Himpsl möchte ich nicht weiter eingehen, sondern lieber meine eigene Meinung zu dem Vortrage nennen.
Ich finde es zu aller erst gut, dass versucht wird die Methode des Portfolios an die Hochschulen zu tragen, denn hier werden die Grundsteine für die weitere Vermittlung gelegt. Schult man zum Beispiel angehende Lehrer und Lehrerinnen besser für den Einsatz im Unterricht, wird sich die Idee besser durchsetzen können. In der Praxis haben wir, denke ich, alle selber miterleben dürfen, dass ein begeisterter und kompetenter Lehrer, der sicher in seinem Handeln sicher ist, ein ganz anderes Bild auf die Lernenden ausübt, als ein Lehrer, der sehr unmotiviert und nicht überzeugt von den Inhalten seines Faches wirkt.
Wenn man es schafft, den Schülern den Sinn hinter einem Portfolio zu vermitteln, sodass diese selber mit Fleiß und Ehrgeiz hinter ihrer Arbeit stehen, wird man mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielen können und neue Perspektiven in der individuellen Leistungsbewertung schaffen.

Den Beitrag kann man unter folgendem Link anschauen:
https://lecture2go.uni-hamburg.de/konferenzen/-/k/10445

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