Aura aus der Ferne

Reisesouvenirs können dem Käufer oder Entdecker als Erinnerung der Erlebnisse an Orten außerhalb des eigenen, alltäglichen Umfeldes dienen. Der Reisende könnte ebenso das Souvenir als Geschenk für eine Person daheim mitbringen. Das Ding steht in Verbindung mit einem Ort, welcher bald wieder in weiter Ferne sein wird, der triviale Gegenstand bleibt als Reisebeweis zum Anfassen. „Schaut und fühlt wo ich einst gewesen bin!“, könnte der Ex-Reisende zu Hause sagen, bei einem duftenden Gegenstand dürfte die Person sogar zum in die Ferne Riechen einladen. Für die weniger prahlerischen Touristen können Souvenirs persönliche Bedeutungen erfüllen, diese müssen dann keinen repräsentativen Aspekt wie (kitschige) Ästhetik oder Exklusivität erfüllen, das Ding ist in dem Fall durch den Besitzer mit einer emotionalen Aura beimpft.
Ein Souvenir bleibt ein Bindeglied zwischen den Orten und Momenten. Das Souvenir entwickelt seinen Wert erst durch die Entfernung vom Ursprungsort. Der Ursprung sei in diesem Falle definiert als der Ort wo es erstanden oder gefunden wird, so können Statuetten des Pariser Eiffelturms Made in China durchaus ein legitimes Souvenir einer Frankreich sein. Vorausgesetzt sie wurden wirklich in Paris, am besten zwischen den Sockeln des Eiffelturms gekauft. Ein Eiffeltürmchen erstanden in Bordeaux oder Hamburg, sei er auch Fabriqué en France, wird diese Aura des Ortes nicht enthalten und somit hieraus schwerer eine diesbezügliche Bedeutung für den Finder oder Käufer erlangen. Es wäre wie eine mit Milch gefüllte Weinflasche ein Gefäß mit falschem Inhalt.
Die enge Verbindung der Dinge zum Fundort thematisierte Anna Meyer in Nowhere1, dabei werden Steine und ihre Fundorte auf aller Welt gegenübergestellt.

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